Rückblick 4. Quartal 2025
Während das dritte Quartal von einer breit angelegten „Rallye auf alles“ geprägt war, war das vierte Quartal 2025 eher eine Konsolidierungsphase als eine Trendwende. Die Risikobereitschaft blieb konstruktiv, aber die Märkte differenzierten zunehmend nach Region, Sektor und Stil. Globale Aktien beendeten das Jahr positiv, gestützt durch robuste Gewinne und reichlich Liquidität, womit ein überdurchschnittliches Aktienjahr trotz anhaltender makroökonomischer und geopolitischer Unsicherheiten abgerundet wurde. Europa überraschte zum Jahresende positiv. Der DAX erzielte trotz schwacher inländischer Wirtschaftslage eine starke Performance für 2025 (+22 %), unterstützt durch Erwartungen an erhöhte Staatsausgaben im Jahr 2026, während er seit Mai zwischen 23.000 und 24.500 Punkten schwankte. Der STOXX Europe 600 (+16 %) folgte einem ähnlichen Aufwärtstrend, hinkte jedoch dem DAX hinterher. Die US-Aktien zeigten ein gemischtes viertes Quartal. Sorgen über hohe Bewertungen und potenziell übermäßige KI-bezogene Investitionen führten zu einer verengten Führungsrolle. Während der NASDAQ (+20 %) den Dow Jones (+13 %) über das Jahr übertraf, konsolidierten die „Magnificent 7“ im Dezember und trugen nur mäßig zur Gesamtperformance bei. Asien stach 2025 deutlich hervor. Nikkei (+28 %) und MSCI China (+28 %) waren die weltweit am stärksten entwickelten Indizes. Japan profitierte nicht nur von einer schwachen Währung, sondern auch von Strukturreformen, einem Fokus auf Shareholder Value und fiskalischer Unterstützung für 2026. Die Widerstandsfähigkeit Chinas war bemerkenswert, da hohe Zölle und anhaltende Handelskonflikte die Marktstimmung nicht wesentlich belasteten. Trotz weit verbreiteter, anderslautender Wahrnehmungen schloss der Wechselkurs zwischen US‑Dollar und japanischem Yen 2025 unverändert bei 0 %, während der Yen gegenüber dem Euro jedoch 13 % verlor. Das vierte Quartal bestätigte insgesamt die Stabilität der Märkte. Inflationsängste im Zusammenhang mit Zöllen tauchten nicht wieder auf, die Wirtschaftsdaten blieben unterstützend, und die Liquiditätsbedingungen blieben locker. Da die Zentralbanken nur teilweise überschüssige Liquidität aus der Finanzkrise und Covid-Ära absorbiert hatten, blieben die Finanzbedingungen lockerer, als die Leitzinsen allein vermuten ließen, was weiterhin einen Rückhalt für Risikoanlagen bot. Aus Stil- und Sektorperspektive setzte der Momentum‑Ansatz seine zweijährige Überperformance fort. Banken (+67 %) waren 2025 bei weitem der stärkste Sektor, gefolgt von Versorgern (+26 %) und Basismetallen (+27 %). Nahrungsmittel und Getränke (-2 %) waren der einzige Sektor mit negativer Jahresrendite, während Immobilien (+/-0 %) und konsumorientierte Sektoren zurückblieben.
Ausblick – Aktienmärkte
Die Aktienmärkte vermitteln zunehmend das Gefühl, dass eine Korrektur nach unten wahrscheinlicher wird, doch solche „Korrekturen“ fielen zuletzt meist nur im einstelligen Prozentbereich aus. Das Risiko‑Ertrags‑Verhältnis für eine entsprechende Wette erscheint gering. Fundamental, technisch und bewertungsseitig sehen wir keinen größeren Abwärtsdruck. Die Wirtschaft, insbesondere der Arbeitsmarkt in den USA, wirkt stabil, begleitet von verbesserten Gewinnrevisionen. Wir sehen bessere Chancen in der Titelauswahl, da die Unterschiede zwischen „guten“ und „schlechten“ Aktien deutlicher ausgeprägt sind als Unterschiede zwischen Sektoren oder Märkten.
Die Aktienmarktentwicklung in Europa hat sich zuletzt stärker ins Positive gedreht, und die Bewertungen sind gestiegen – begünstigt durch die Aussicht auf höhere fiskalische Ausgaben im Jahr 2026. Während die Gewinnrevisionen für europäische Aktien weiterhin negativ bleiben und die EURO-STOXX‑50-Bewertungen gestiegen sind, bewegen sich beide Werte nicht in extremen Bereichen. Auf der anderen Seite haben sich die Bewertungen des NASDAQ sowie des S&P 500 normalisiert, was ebenfalls nicht für eine bevorstehende Korrektur in den USA spricht. Die Marktstimmung ist zunehmend optimistisch, allerdings noch nicht in allen Indikatoren im Extrembereich. Einige negative Handelstage im Januar reichten aus, um die Sentiment-Indikatoren auf nachhaltigere Niveaus zurückzuführen.
Im Vorfeld der vorgezogenen Wahlen am 8. Februar zeigte sich Japan Anfang Januar sehr stark. Die stark wirtschaftsfreundliche Regierung, die derzeit hohe Zustimmungswerte genießt, wird voraussichtlich weitere Parlamentssitze gewinnen. Zuletzt gerieten ihre expansiven Fiskalmaßnahmen jedoch stärker in die Kritik, da die Zinsen rasch gestiegen sind. Hoffentlich hat dies der Regierung ein rechtzeitiges Warnsignal gesendet. Wir blicken weiterhin positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung Japans und auf seine Aktienmärkte.